Warum ich dieses Buch geschrieben habe

Es gibt Erfahrungen, die lassen einen nicht mehr los. Begegnungen, Entscheidungen und Entwicklungen, bei denen man sich irgendwann fragt: Wie konnte es eigentlich so weit kommen? Warum werden offensichtliche Missstände hingenommen? Und weshalb ist es manchmal so schwierig, Dinge beim Namen zu nennen?

Diese Fragen beschäftigen mich schon seit vielen Jahren.


Ich habe in meinem Leben unterschiedliche berufliche und persönliche Wege eingeschlagen, Verantwortung übernommen, Entscheidungen getroffen und dabei nicht immer den bequemsten Weg gewählt. Ob in der Immobilienwirtschaft, in meiner Tätigkeit als rechtliche Betreuerin oder in der Kommunalpolitik – immer wieder bin ich auf Situationen gestoßen, die mich nachdenklich, manchmal fassungslos und gelegentlich auch wütend gemacht haben.


Nicht, weil ich grundsätzlich gegen Regeln oder staatliche Institutionen bin. Ganz im Gegenteil. Ich halte klare Regeln, Rechtssicherheit und verlässliche Strukturen für unverzichtbar.

Aber ich habe zunehmend den Eindruck gewonnen, dass wir uns in einem System verlieren, in dem Verfahren wichtiger werden als Ergebnisse, Zuständigkeiten wichtiger als Verantwortung und Vorschriften manchmal mehr zählen als der Mensch, für den sie eigentlich geschaffen wurden.


Irgendwann habe ich beschlossen, meine Erfahrungen und Gedanken aufzuschreiben.

Nicht, um abzurechnen. Sondern um aufzuzeigen, was aus meiner Sicht falsch läuft – und warum es sich lohnt, genauer hinzusehen.


Wenn Bürokratie den Menschen aus dem Blick verliert!

Besonders deutlich erlebe ich die Auswirkungen übermäßiger Bürokratie in meiner Tätigkeit als rechtliche Betreuerin.

Hier geht es nicht um abstrakte Verwaltungsvorgänge, sondern um Menschen. Menschen, die Unterstützung benötigen, auf Entscheidungen angewiesen sind und häufig ohnehin schon mit schwierigen Lebenssituationen zurechtkommen müssen.

Ich habe erlebt, wie Anträge immer wieder gestellt, Unterlagen mehrfach eingereicht und Zuständigkeiten hin- und hergeschoben werden. Wie Menschen auf Leistungen warten, obwohl ihre Situation längst bekannt ist. Und wie viel Zeit und Kraft darauf verwendet werden muss, Selbstverständlichkeiten durchzusetzen.

Dabei stelle ich mir immer wieder dieselbe Frage: Wem dient dieses System eigentlich noch?

Natürlich braucht ein Sozialstaat Regeln und Kontrollen. Aber er braucht ebenso Augenmaß, Verantwortungsbewusstsein und Menschen, die Entscheidungen treffen dürfen, ohne sich hinter dem nächsten Formular zu verstecken.

In meinem Buch schildere ich Erfahrungen, die beispielhaft für größere Probleme stehen. Dabei geht es mir nicht um einzelne Mitarbeiter, sondern um Strukturen, die aus meiner Sicht dringend überdacht werden müssen.

Politik beginnt vor der eigenen Haustür.



Auch meine Erfahrungen in der Kommunalpolitik haben mich geprägt.

Ich bin in die Politik gegangen, weil ich etwas bewegen wollte. Weil ich davon überzeugt bin, dass die Interessen der Bürger ernst genommen werden müssen und politische Entscheidungen nachvollziehbar sein sollten.

Gerade auf kommunaler Ebene werden Entscheidungen getroffen, die unmittelbar in den Alltag der Menschen eingreifen: beim Wohnen, im Straßenverkehr, bei öffentlichen Einrichtungen, bei Bauvorhaben oder bei der Verwendung von Steuergeldern.

Dabei habe ich gelernt, dass gute Argumente allein nicht immer ausreichen.

Politik bedeutet auch Mehrheiten, Interessen, persönliche Beziehungen und manchmal Entscheidungen, die längst vorbereitet erscheinen, bevor die öffentliche Diskussion überhaupt begonnen hat.

Ich habe erlebt, wie schwierig es sein kann, bestehende Abläufe zu hinterfragen, eigene Positionen zu vertreten oder gegen eine vermeintlich feststehende Meinung anzutreten.

Und ich habe erfahren, dass politische Unabhängigkeit nicht immer auf Begeisterung stößt.

Trotzdem bin ich überzeugt: Ein politisches Mandat ist kein Selbstzweck. Es ist ein Auftrag der Bürger.

Ich möchte verstehen, warum Entscheidungen getroffen werden, welche Alternativen es gibt und ob die Folgen ausreichend bedacht wurden. Dafür stelle ich Fragen – auch dann, wenn sie unbequem sind.

Denn Demokratie lebt nicht davon, dass alle einer Meinung sind. Sie lebt davon, dass unterschiedliche Auffassungen offen ausgesprochen und ernsthaft diskutiert werden können.


Macht, Medien und öffentliche Meinung – warum ich mich mit Journalismus beschäftigt habe

Die Rolle der Medien in unserer Gesellschaft beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. Besonders interessiert mich, wie öffentliche Meinungen entstehen, welche Themen Aufmerksamkeit erhalten und welchen Einfluss die Berichterstattung auf die Wahrnehmung von Menschen und politischen Entscheidungen hat.

Ich wollte mich damit nicht nur aus der Perspektive einer Leserin oder Kommunalpolitikerin auseinandersetzen, sondern auch verstehen, wie journalistische Arbeit funktioniert.

Deshalb habe ich von Mai 2023 bis Februar 2025 ein Fernstudium im Bereich Journalismus absolviert.

Dabei habe ich mich mit journalistischen Darstellungsformen, Recherche, dem Umgang mit Informationen und den Anforderungen an eine verantwortungsvolle Berichterstattung beschäftigt.

Diese Weiterbildung hat meinen Blick auf die Medien geschärft. Ich weiß, dass Journalismus eine anspruchsvolle Aufgabe ist und eine freie, unabhängige Presse für unsere Demokratie unverzichtbar bleibt.

Gerade deshalb halte ich es für wichtig, auch die Medien selbst kritisch zu hinterfragen.

Was wird berichtet – und was nicht? Welche Informationen werden hervorgehoben? Welche Perspektiven fehlen möglicherweise? Und wie sehr kann bereits die Auswahl einer Überschrift die Wahrnehmung eines Sachverhalts beeinflussen?

Auch in meiner kommunalpolitischen Tätigkeit habe ich Erfahrungen mit öffentlicher Berichterstattung gesammelt. Dabei habe ich erlebt, dass die eigene Wahrnehmung eines Ereignisses und dessen Darstellung in der Öffentlichkeit durchaus auseinandergehen können.

Ich möchte deshalb nicht nur die Politik, sondern auch die Medien an ihre Verantwortung erinnern. Kritik, sorgfältige Recherche und unterschiedliche Meinungen gehören für mich zusammen.

Pressefreiheit bedeutet für mich auch, dass journalistische Arbeit kritisch hinterfragt werden darf.

Mit meinem Buch möchte ich dazu beitragen, dass Menschen Informationen bewusster aufnehmen, unterschiedliche Quellen berücksichtigen und sich ihre eigene Meinung bilden.

Denn eine funktionierende Demokratie braucht nicht nur eine freie Presse, sondern auch mündige Bürger, die bereit sind, Fragen zu stellen.


Ein Buch über Erfahrungen, Haltung und Verantwortung

„Mit mir nicht – Aufbruch zur Klarheit“ ist weder ein wissenschaftliches Fachbuch noch eine klassische politische Abhandlung.

Es ist mein persönlicher Blick auf Entwicklungen, die ich über viele Jahre beobachtet und zum Teil selbst erlebt habe.

Ich verbinde berufliche Erfahrungen mit politischen Beobachtungen, persönliche Erlebnisse mit gesellschaftlichen Fragen und Kritik mit dem Wunsch nach Veränderung.

Dabei erhebe ich keinen Anspruch darauf, auf alles eine Antwort zu haben oder immer richtigzuliegen.

Auch ich habe Entscheidungen getroffen, die ich heute möglicherweise anders treffen würde. Ich habe Menschen vertraut, Erfahrungen gesammelt, Enttäuschungen erlebt und daraus gelernt.

Aber genau das gehört für mich dazu: die eigene Haltung immer wieder zu überprüfen, ohne bei jedem Widerstand die Überzeugungen aufzugeben.

Ich wünsche mir weniger politische Inszenierung und mehr sachliche Auseinandersetzung. Weniger Zuständigkeitsdenken und mehr Verantwortung. Weniger unnötige Bürokratie und mehr Vertrauen in die Menschen.

Vor allem aber wünsche ich mir, dass wir wieder genauer hinschauen, selbstständig denken und den Mut haben, Dinge zu hinterfragen.


Was ich meinen Leserinnen und Lesern mitgeben möchte

Ich habe dieses Buch nicht geschrieben, um Ihnen vorzuschreiben, was Sie denken sollen. Ganz im Gegenteil.

Ich möchte Sie einladen, sich mit meinen Erfahrungen und Gedanken auseinanderzusetzen. Vielleicht werden Sie mir an manchen Stellen zustimmen. Vielleicht werden Sie einiges anders sehen. Möglicherweise werden Sie sich über bestimmte Schilderungen wundern oder eigene Erfahrungen darin wiedererkennen. All das ist ausdrücklich erwünscht.

Denn ein Buch sollte nicht nur gelesen werden. Es darf Fragen aufwerfen, Diskussionen auslösen und zum Nachdenken anregen.


Wenn Sie nach der Lektüre manches kritischer betrachten, die eine oder andere Frage stellen oder den Mut finden, Ihre eigene Meinung deutlicher zu vertreten, dann hat mein Buch bereits etwas erreicht.


„Mit mir nicht“ ist für mich kein Ausdruck von Trotz. Es ist die Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen, Haltung zu zeigen und nicht einfach wegzusehen.

Und vielleicht ist genau das heute wichtiger denn je. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen, interessante Denkanstöße und den Mut, sich Ihre eigene Meinung zu bewahren.

Ihre Kerstin Obladen

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